Heute Nachmittag fand in Tiberanda ein Workshop mit der Suhler Polizei zur Spurensicherung statt. Unsere Hennenpost-Redakteurin Kira (10) hat teilgenommen und ist für kurze Zeit in die Rolle einer Ermittlerin geschlüpft. Hier ist ihr Erlebnisbericht:

Als erstes waren wir im großen Zelt. Da haben wir so getan, dass wir raten, was der Polizist alles so hat: ein Schießgewehr, Handschellen und eine Schutzweste, das heißt, wenn jemand mit einem Gewehr schießt, dann müssen die das anziehen. Es ist ganz schön heiß und schwitzig darin, aber es schützt vor der Kugel. Dann kam plötzlich eine Frau reingerannt und rief „Hilfe, ich wurde überfallen!“ Das war auch eine Polizistin, die das gespielt hat, nur halt als Frau verkleidet. Da hatte ich natürlich erstmal Angst und habe mir die Ohren zugehalten. Aber weil ich ähnliche Erfahrungen gesammelt habe.

Wir haben erstmal die Frau beruhigt. Der Polizist hat uns dann gefragt, wie würde denn ein Polizist reagieren. Er würde Fragen stellen wie „Wie heißt du?“ oder „Wo war der Überfall?“. Da hat die Frau hinter den Marstall gezeigt und uns erzählt, was passiert ist. Die Frau hat gelesen im Gras und auf einmal kam der Mann hinter dem Gebüsch hervor. Der Mann hat sie am Arm gepackt und mit einem Messer herumgefuchtelt. Er hat die Frau richtig toll am Arm gepackt. Sie hat erzählt, dass er gesagt hat: „Her mit dem Portmonee, her mit dem Geld und her mit dem Handy!“ Sie hat angefangen, ganz laut zu schreien, aber der Mann hatte schon ihre Sachen. Es war zu spät. Der Mann ist mit einem schwarzen Auto verschwunden, mit einem Opel in Richtung Schloss. Also hat die Frau überlegt, hier muss doch irgendwo die Polizei sein und ist nach Tiberanda gekommen. Da war ja gerade die Polizistin mit uns. Sie hat uns gefragt: „Wollt ihr der Frau helfen?“ Und wir haben gesagt: „Jaaaa…!“ Dann hat sie gesagt, dass wir ihr nachkommen sollen, damit sie es uns zeigen kann. Dann haben wir Tiberanda verlassen und sind hinter den Marstall gegangen. Wir sollten im Gänsemarsch gehen, damit wir nicht alle kreuz und quer laufen und vielleicht die Spuren verwischen. Dann hat uns die Frau gezeigt, wo sie gesessen hat und wo der Mann hervorgekommen ist. Da hat die Polizistin gefragt: „Was macht man als erstes?“ Und keiner von uns hat eine Antwort gewusst. Deswegen hat sie uns geholfen. „Wir müssen erstmal, diese rotweißen Bänder um den Tatort wickeln.  Damit haben wir dann den Tatort gesichert. Und als wir die Bänder gerade festbinden wollten, haben wir einen Ausweis gefunden. Deswegen haben einige von den Kindern den Tatort weiter abgesichert und die anderen den Ausweis gecheckt. Und ich habe Fotos gemacht. Nachdem wir fertig waren, haben wir weiter nach Spuren gesucht. Da kam ein Polizeihelfer, der so einen Spurensicherungskoffer, um Fingerabdrücke zu sehen, dabeihatte. Dann hat er kleine Dreiecke mit Zahlen aufgestellt, um die Hinweise zu nummerieren. Als erstes haben wir den Ausweis nummeriert, dann ein Küchenmesser, das Handy von der Frau, dann eine komische Tasche, die sie um den Bauch hatte und zwei Fußspuren, die wir erst gemessen haben. Die waren ungefähr die Größe 42. Dann hat noch ein Junge von den Beweisen Fotos für die Polizei gemacht. Da hat der Polizist den Koffer aufgemacht und der erste von uns hat den ersten Beweis geholt. Der Polizist hat mit Ruß und einem Pinsel über den Ausweis gestrichen, allerdings waren da nicht so viele Fingerabdrücke drauf. Wir haben dann fast alle Beweise nach Fingerabdrücken untersucht. Als letztes haben wir in die Tasche geschaut, da waren Papiergeldscheine! Da haben wir mit einem anderen Instrument die Fingerabdrücke gecheckt. In der Tasche waren noch ganz schön viele Einkaufszettel drin, aber von der Frau. Dann haben die Polizisten sich durch ein Walkie Talkie mit der Zentrale verbunden und uns gerufen. Sie haben einen dunkles Auto, das aussah wie ein Opel, in der Nähe vom Schloss gesichtet und da saß ein Mann mit grünem Anzug drin. Dann sind wir schnell vorgegangen zum Schloss, aber ganz leise. „Guckt mal, da ist doch so ein graues Auto“, habe ich gesagt und es war tatsächlich der Mann im Auto. Wir haben uns von beiden Seiten angeschlichen und die Tiberandaner haben den Mann festgehalten. Dann haben wir ihn umgedreht und sofort Handschellen angelegt. Da hat die Polizistin gesagt: „Genau das ist der Mann.“

Natürlich war das alles nur gespielt, um uns zu zeigen wie es abläuft im Fall eines Diebstahls, und der Mann war auch nur ein Polizist. Da haben die Polizisten rumgescherzt, den nehmen wir mit – „ein Dieb in Uniform“ haben sie gesagt und darüber gelacht.

Fotos und Text: Kira (10) von der Hennenpost-Redaktion

Ein Dieb in Uniform